




Ein Partnerschaftsprojekt zum Thema „Pflege von Menschen mit einer HIV-Infektion" zwischen FELIX Pflegeteam, Vivantes Auguste-Viktoria-Klinikum und Caritas Ukraine.
In der Ukraine gab es laut inoffiziellen Zahlen im Jahr 2003 ca. 360.000 Menschen mit einer HIV-Infektion (UNAIDS, 2004).
Diese Menschen erleben neben den hohen gesundheitlichen Belastungen und einer unzureichenden medizinischen Versorgung eine sehr starke Ausgrenzung durch die Gesellschaft. Sie tauchen im öffentlichen Leben der Ukraine bestenfalls nicht auf und werden im schlimmsten Fall sozial isoliert und vom öffentlichen Leben ausgeschlossen. Dazu kommt aufgrund der schlechten medizinischen Behandlungsmöglichkeiten ein Krankheitsverlauf, der relativ schnell zum Tod der Erkrankten führt. Das Lebensende der HIV-infizierten Menschen ist meist durch menschenunwürdige Bedingungen und hohe Belastungen für die Betroffenen, Angehörigen und Pflegekräfte geprägt.
HIV-infizierte Menschen werden in der Ukraine als „Abfall der Gesellschaft“ bezeichnet, was auch bei den Pflegenden zu hohen psychischen Belastungen führt. Sehr viele Pflegekräfte laufen selbst Gefahr große Probleme in ihrem sozialen Umfeld zu bekommen, wenn bekannt wird, wen sie da denn pflegen.
Bisher erfolgte die Versorgung der HIV-infizierten Menschen im Krankenhaus. Die Caritas Ukraine baut zurzeit ein Netz von Sozialstationen auf, die diese Menschen in ihrer häuslichen Umgebung pflegt und betreut.
Gefördert durch Gelder der Robert-Bosch-Stiftung wird eine Partnerschaft zwischen Pflegekräften aus der Ukraine und Deutschland aufgebaut, die im Bereich der Pflege von HIV-infizierten Menschen tätig sind. Aufgrund der gesellschaftlichen Unterstützung in Deutschland in den achtziger Jahren des letzten Jahrhunderts war es möglich, gute Versorgungsstrukturen für HIV-infizierte Menschen zu entwickeln. Aus diesen Erfahrungen heraus wollen wir den Pflegekräften aus der Ukraine fachliche, psychische und moralische Unterstützung anbieten und ihnen gleichzeitig unseren Respekt vor ihrer schwierigen Arbeit zeigen.
Das Projekt ist am 01. April 2005 an den Start gegangen und soll bis Ende 2006 abgeschlossen sein. In dieser Zeit werden Pflegekräfte aus Berlin in der Ukraine Fortbildungen zum Thema „Pflege von HIV-infizierten Menschen“ durchführen, die Arbeit vor Ort kennen lernen und die Pflegekräfte vor Ort beraten. Umgekehrt werden Pflegekräfte aus der Ukraine in Berlin hospitieren und einen Einblick in die pflegerischen – insbesondere ambulante – Versorgungsstrukturen erhalten. Diese Arbeit soll über den Projektzeitraum fortgesetzt werden.